Das Thema Motivation ist ein sehr umfangreiches Gebiet, welches schon fast eine eigene Website füllen könnte. Dennoch wollen wir, auch aufgrund unserer Erfahrung aus den Projekten, die Thematik genauer betrachten und für Sie kurz und verständlich vorstellen.

 

Das Thema Motivation wird in drei Blogbeiträge aufgeteilt. Im ersten Teil geht es um Grundlagen und Begriffe, aber auch um die Wichtigkeit bei Projekten. Im zweiten und dritten Teil werden Motivationslügen bzw. Motivationsirrtümer vorgestellt.

Direktlink  zum Blogbeitrag Motivationslügen (Teil 1)

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Was ist Motivation?

Motivation beschreibt alle Prozesse einer Person, sowohl physisch als auch psychisch, die sie veranlasst, eine Handlung zu starten, zu verändern und aufrechtzuerhalten. Es handelt sich also um ein dynamisches Konzept, Prozesse zu beschreiben, die das Verhalten steuern.

 

Woher nimmt ein Mensch Motivation?

Jeder Mensch hat Bedürfnisse, welche durch Motivationsquellen individuell beeinflusst und letztlich klassifiziert werden können. Als Motivationsquellen sind Triebe, Anreize, Instinktverhalten und Lernverhalten zu verstehen. Innerhalb jeder dieser Quelle können verschiedene intrinsische und extrinsische Motivationsgründe die Initiierung, die Richtungsgebung sowie das Aufrechterhalten von Handlungen maßgeblich beeinflussen.

Maslow hatte mit seiner Bedürfnispyramide versucht, die Bedürfnisse einzuordnen. In seiner Pyramide gibt es fünf Hierarchieebenen, wobei die nächst höhere Ebene erst dann Aufmerksamkeit erreicht, sobald den Bedürfnissen der aktuellen Ebene entsprochen wurde:

  1. Physiologisch (Nahrung, Wasser, Entspannung,…)
  2. Sicherheit (Sicherheit, Ruhe, Angstfreiheit,…)
  3. Bindung (Zusammengehörigkeit, Zugehörigkeit, Liebe,…)
  4. Wertschätzung (Gefühl etwas wert zu sein, Anerkennung,…)
  5. Selbstverwirklichung (Ziele verfolgen, Potenziale nutzen,…)

 

Wie wichtig ist Motivation bei Projekten?

Die Motivation ist ein zentraler Baustein beim Projektmanagement aufgrund des Zusammenspiels verschiedener Menschen. Der Mensch ist nicht trivial oder gar ein Roboter, den es mit ein paar Anleitungen und Methoden zu verstehen gilt. Vielmehr ist jeder Projektbeteiligte einzigartig, beeinflusst von seinen Bedürfnissen, seinen Motivationsgründen, dem Arbeitsumfeld und natürlich der Interaktion mit anderen Projektbeteiligten.

Das Ziel eines Projektverantwortlichen muss es also sein, anhand einer Vielzahl gelernter Methoden und Modelle die Beteiligten zu verstehen, zu unterstützen, zu schützen und bei Problemen entgegenzusteuern. Probleme können zum Beispiel Meinungsverschiedenheiten, fehlende Akzeptanz untereinander oder abschwächende Motivation sein.

Nur durch zufriedene Projektteilnehmer, die motiviert an den Aufgaben arbeiten, werden Sie als Projektverantwortlicher gute Resultate, eine bessere Dokumentation und auch innovative Ideen von Ihrem Team erhalten. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Vertrauen zwischen dem Projektverantwortlichen und dem Projektteam vorhanden ist. Die Voraussetzungen für Vertrauen sind wiederum Verlässlichkeit, Erreichbarkeit, Berechenbarkeit, Wohlwollen und Glaubwürdigkeit.

 

Gibt es ein „Standardmodell”, um die Motivation bei Mitarbeitern herauszufinden?

Das meist verwendete Modell ist der Fünf-Schritt-Plan:

  1. Erkunden Sie das Feld bzw. die Mitarbeiter
  2. Treffen Sie (mit Ihren Kenntnissen von Modellen) erste Annahmen
  3. Finden Sie darauf aufbauend vorläufige Erklärungen
  4. Überprüfen Sie Ihre Erklärungen im Gespräch
  5. Handeln Sie auf Basis der Gesprächsergebnisse

Nach dem fünften Schritt beginnen Sie wieder beim ersten Punkt. Dieses Modell verfolgt einen iterativen Ansatz, welcher prinzipiell genutzt werden sollte. Vor allem bei agilen Projektmanagement-Konzepten wie Scrum ist solch ein iterativer Ansatz unabdingbar.

Bei den ersten Annahmen gilt zu beachten, dass naive Persönlichkeitstheorien, also Vorurteile durch generalisierte Menschenbilder, vermieden werden müssen. Letztlich würden Sie als Projektverantwortlicher sich selbst belügen, so wie es das Thomas-Theorem besagt:

Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.”

If men define situations as real, they are real in their consequences

William Isaac Thomas und Dorothy Swaine Thomas

 

Gibt es falsche Motivation? Welche Tipps gibt es für Motivation?

Falsch zu motivieren kann recht schnell geschehen. Schnell bewirkt eine gut gemeinte Geste das Gegenteil. Dies muss nicht einmal beabsichtigt erfolgen, sondern kann auch durch Irrtümer und falsches Verständnis entstehen.

Solange Sie noch nicht das Vertrauen im Team erreicht haben, seien Sie vorsichtig  mit Motivationssprüchen. Verwenden Sie zudem keine Standard-Motivationssprüche, da diese von jedem Menschen aufgrund seiner Erfahrungen unterschiedlich aufgefasst werden.

Auch zu häufiges motivieren kann sich schnell zum Negativen wenden, indem Teammitglieder nur noch Einsatz zeigen, wenn ein Lob kommt. Im schlimmsten Fall resignieren die Mitglieder innerlich und das Vertrauen ist verspielt. Bei agilen Projektmanagement-Konzepten wäre dies aufgrund der hohen Dynamik fatal.

Im Projektmanagement werden daher die Bereiche Führung, Motivation, Selbststeuerung, Kreativität, Durchsetzungsvermögen, Offenheit, Stressbewältigung, Effizienz und Feedback als wichtigste Bausteine, die alle ineinander greifen, verstanden.

Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der das Team gut arbeiten kann. Hinterfragen Sie Prozesse und Methoden, reduzieren Sie Ineffizienzen, treiben Sie die Kommunikation auf die Spitze und sind füreinander da. Hier werden Teammitglieder mit extrinsischer und intrinsischer Motivation von vornherein besser starten. Den Rest können Sie durch das bereits beschriebene Standardmodell ausbauen. Als extrinsisch sind in diesem Fall Handlungen zu definieren, welche negative Folgen vermeiden und positive Folgen erzielen soll. Intrinsisch wäre dagegen das Durchführen einer Handlung, weil die Aufgabe spannend oder lehrreich angesehen wird.

 

Warum sind viele Teams oder Mitarbeiter unmotiviert?

Die Gründe hierfür sind sehr vielschichtig und betrifft beide Seiten  – Projektverantwortliche und Mitarbeiter. Hier eine Auflistung der häufigsten Demotivationsgründe:

  • Keine oder schlechte Kommunikation im Projekt
  • Falsch-geführte Feedback-Gespräche
  • Falsche Vorstellungen seitens der Geschäftsführerebene sorgen für Unverständnis
  • „Der Chef ändert eh alles und hört nicht auf uns.”
  • Falsche Projektteambesetzung
  • Fehlendes Fachwissen bei Projektverantwortlichen
  • Persönliche Befindlichkeiten zwischen einzelnen Mitarbeitern
  • Mitarbeiter werden ausgetauscht
  • Schlecht oder nicht informierte Projektverantwortliche
  • Spezialisten werden in ihren Aussagen überstimmt
  • Sperrige Strukturen / übertriebene Hierarchiestrukturen
  • Überorganisation von Projekten / Bürokratie
  • Fehlende oder fehlerhafte Dokumentation, die motivierte Mitarbeiter ausbremst
  • Ständiges Ändern von Projekt- / Produktanforderungen
  • Arbeitsvolumen wird nicht korrekt eingeschätzt
  • Abhängigkeiten von Externen (z.B. bei APIs) wird unterschätzt
  • Zeitpläne sind ohne Planung erstellt worden
  • Fehlende Erfahrung im Projektmanagement
  • Vertuschung von Fehlern
  • Atmosphäre der Angst
  • Falsche Motivation

 

Auf die Gegenmaßnahmen werden wir hier nicht eingehen, Sie können jedoch gern uns Themenwünsche hierzu zusenden an blog@andre-sandner.com.

Motivation ist nicht unbedingt einfach und immer logisch, aber man kann vieles in die Wege leiten, um andere und sich selbst zu motivieren.

Damit dies gelingt, bekommen Sie mit zwei weiteren Blogbeiträgen zu Motivationsirrtümern noch einige Tipps an die Hand.

 

Titelbild: © André Sandner – andre-sandner.com & stock.adobe.com